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Thomas Struck, Karin Laudenbach: Film-Rezepte

 

"Inspiriert von den schönsten kulinarischen Filmen", so heißt es auf dem Cover. Ich liebe gute Filme, und noch mehr verehre ich ein gutes Essen. Die perfekte Kombination zweier Leidenschaften also?!

Den Innenumschlag verziert eine Mind-Map der vertretenen Köche - wie Léa Linster, Tim Raue, Kolja Kleeberg, Cornelia Poletto, uvm. - und den von ihnen interpretierten Filmen. Und wenn sich darunter gleich ein Klassiker wie "Brust oder Keule" befindet, hat das Buch auch schon einen kleinen Platz in meinem Herzen erobert. Klar, dass ich mir dieses Rezept von Marco Müller zuerst anschaue.

Beim Blättern wird dem Leser auch sofort bewusst, dass es sich hierbei nicht einfach nur um ein Kochbuch handelt. Wunderbare Photos aus den einzelnen Filmen sind der begleitende Augenschmaus zu Zitaten, Weinempfehlungen, Lebensmittel-Erläuterungen und eben den Rezepten. Endlich bin ich bei Louis de Funès angelangt. Zu dieser Komödie rund um den Restaurantkritiker Duchemin wird im Hauptgang eine konfierte Ente mit Steinpilzen gereicht, halbflüssige Schokoladensoufflés runden das Vergnügen ab. Bereits in Mitte der 70er trat Duchemin den Kampf gegen das Fast Food an und fragte sehr berechtigt: "Was ist denn da noch echt?" Alles, wenn man sich an die Einkaufsliste von Marco Müller hält.

Aber bei aller Liebe zu dem Film und meines doch recht fortgeschrittenen Status eines Hobbykochs: Bin ich wirklich bereit für diese Aufgabe? Bin ich! Denn dank dieser detaillierten Beschreibungen und Schritte gelingt mir das Federvieh auf den Punkt. Gut, im Anrichten könnte ich noch üben. Allerdings wird der Blick beim Essen vermutlich doch mehr zu dem französischen Komiker wandern. mein Sorgenkind: das Schokoladensoufflé. Das hat noch nie wirklich gut geklappt, warum sollte es heute also... Weil ich mich mit einer Engelsgeduld an alle Anleitungen halten und diese nicht nur als Anregung verstehen. Das äußere schön fest, innen die flüssige Schokolade. Das nennt man wohl neumodiosch: death by chocolate.

Satt und glücklich sinke ich auf meine Couch - und freue mich schon auf den nächsten Kochfilm. GoodFellas wollte ich schon immer mal sehen...

Fazit:

Rezepte von Sterneköchen, die aber mit Herz aufbereitet sind. Selten habe ich in einem Kochbuch noch dazu so viel gelernt, wenn auch weniger über Essen. Aber wenigstens kann ich meine Gäste nun mit cineastischem Know-how unterhalten, während sie die durchaus anspruchsvollen Gerichte genießen.

 

Elisa Jannasch

Filmrezepte

Gebunden - Callwey
Erscheinungsdatum: März 2014
ISBN: 978-3-7667-2075-7