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Old versus New: Was von der Old School übrig blieb

Die Fantastischen Vier rappten in der Kölnarena in alter Manier neuen "Stuff"

 

Obwohl es doch nur vier sind, waren wohl die meisten verwirrt, auch nur vier zu sehen: Auf einem kleinen Podest in der riesigen Kölnarena, durch einen Laufsteg mit der Bühne verbunden, rappen die Fantastischen Vier, so wie sie vor 15 Jahren begonnen hatten: “Jetzt geht’s ab”.

Ein wirklich gelungener Start, der nicht nur an alte Zeiten erinnert und ältere Semester im Publikum in jenen schwelgen lässt, sondern gleichzeitig die perfekte Überleitung zum eigentlichen ersten Track des Abends, der auch der erste des neuen Albums “Viel” ist. Und das ist dann halt Bring it back, in dem es sich textlich genau um das dreht, was die Fantas kurz zuvor demonstriert haben: die Old School eben. Da laufen die Vier dann auch auf die Bühne, auf der die Band, wie gewohnt mit zwei Schlagzeugen und Backgroundsängerinnen wartet.

 

 

Jetzt wechseln sich neue Stücke mit alten ab. “Was bin ich?” posaunt Smudo ins Publikum. Und zur Belohnung für die richtige Antwort – “ein Smu” – gibt’s dann auch den Song dazu, denn der einstige Mikrofonprofessor “got it goin’ on”.

 

 

 

Michi Beck und Thomas D. kommen auch allein zum Zug. Bei Der Picknicker und Sie ist weg stellen Michi und Fans fest, dass sie gleichermaßen textsicher sind. Sommerregen sorgt dann für Abkühlung.

 

 

 

So richtig in Ekstase kommt Thomas D. bei Krieger, ein Stück mit einer Performance, die sich hinzog und nicht bei allen gut ankommt. Obwohl es unter die Haut geht, ist “Krieger” wohl eher etwas für die Sitzplätzler der oberen Reihen, die bis knapp unters Dach der Arena reichen. Im Innenraum freuen sich die meist jüngeren Fans dann auch, wenn wieder Stücke zum mitgehen kommen. Da ist Populär in Köln wohl die Nummer Eins, und fast die ganze Zeit über wird gesprungen.

 

Einen musikalischen Ausflug gibt es mit Frohes Fest, hier wird’s wirklich heftig, passend zum Text, den wohl viele nicht kennen und auch akustisch nicht verstehen, und das ist vielleicht auch besser so.

 

Als einige Old School-Fans immer wieder “Vier, vier, vier...” anstimmen, eine Aufforderung zu Vier gewinnt, scheinen sich die Fantas wohl zu denken, dass diese Zeiten nun aber ein für allemal vorbei sind – und zu Recht.

 

 

 

Nach zwei Stunden, inklusive vier Zugaben verlassen Smudo, Thomas D., Michi Beck und Andy Ypsilon samt Band die Bühne und rund 12.000 Menschen in der Arena. Klar, welches ihr letztes Stück war. Klar ist die Message bei den Fans angekommen. Und klar, sie bleiben auch weiterhin "Troy".

 Britta Kuck