MyCulture

 

 

 

Brokedown Palace

 

Director: Jonathan Kaplan

Hauptdarsteller: Claire Danes, Kate Beckinsale, Bill Pullmann

 

Ein Film, der sich ins Gedächtnis einbrennt. Selbst Bruchstücke bleiben haften. Doch was wirklich haften bleibt, ist der Sound: einer der spektakulärsten Soundtracks, der je zu einem Film zusammengestellt wurde. Allein für den Soundtrack verdient der Film höchstes Lob - doch auch die schauspielerischen Leistungen der sehr wandlungsfähigen Claire Danes machen den Film sehenswert.

 

Alice und Darlene, arm und reich, hell und dunkel, lebhaft und schüchtern, optimistisch und pessimistisch, kämpferisch und verzweifelt - scheinbare Gegensätze, doch sie selbst kannten sich am besten. So Alice zu Beginn des Films. Sie teilten immer alles, seit sie nur wenige Wochen alt waren. Doch die Umstände wandeln sich - und mit ihnen die Freundschaft der beiden Amerikanerinnen.

Darlene Davis ist die zielstrebige High School-Absolventin auf dem Weg ins College. Die ehrgeizige, intelligente, gute. Alice ist die wilde, lebenshungrige, draufgängerische. Nach ihrem Schulabschluss ändern die Freundinnen fürs Leben ihre Urlaubspläne: Thailand statt Hawaii. Das hektische, exotische Leben in Thailand. Wunderschön und bedrohlich zugleich bestimmen die Bilder des Films gleichzeitig die Atmosphäre. Die Mädchen lernen Nick Parks kennen, einen charmanten Australier - der sie unwissentlich Drogen schmuggeln lässt. Unweigerlich landen sie in einem thailändischen Gefängnis.

In der Krise wandeln sich die Rollen. Alice beweist instinktive Intelligenz, einen unweigerlichen Überlebensinstinkt, während Darlene verängstigt und naiv Fehler begeht. Fehler, wie ein falsches Geständnis in Thai zu unterschreiben. Fehler, durch die sie zu 33 Jahren Gefängnis verurteilt werden. Darlenes Vater kämpft um seine Tochter - indem er die Schuld auf Alice abwälzt und bereit ist, diese für seine Tochter zu opfern. Nach einem erfolglosen Fluchtversuch erhöht sich das Strafmaß der beiden um jeweils 15 Jahre. Henry Greene, ein amerikanischer Anwalt in Thailand, kämpft für die Mädchen. Er schenkt Alice Glauben - und Alice der verzweifelten, kranken Darlene die Freiheit, indem sie die komplette Schuld auf sich nimmt.

Regisseur Jonathan Kaplan (unter anderem auch: Bad Girls) vermag es, eine faszinierende Komposition an Schönheit und Grausamkeit in Bildern einzufangen und so Stimmungen aufzubauen, die gleichermaßen anziehend und abstoßend sind. Farbspiele statt aufwändiger Special Effects fesseln den Zuschauer.

Komponist David Newman zeichnet sich für diesen Soundtrack verantwortlich, mit dem ihm eine Balance zwischen alt und neu sowie den verschiedensten Musikstilen gelungen ist. Da wird der Punk-Klassiker "Rock the Casbah" - im Original von The Clash - von den Solar Twins tanzbar-elektrisch neu interpretiert, Sarah Brightman und Nelly Furtado steuern Songs bei. Doch die wirkliche Sensationen - Sinneseindrücke, die man tatsächlich mit allen Sinnen wahrnehmen kann - stammen von Delerium (feat. Sarah McLachlan) und Plumb, die orientalische Klänge mit leiser elektronischer Musik kreuzen, dabei zerbrechliche Stimmen für starke Texte einsetzen. Melodische Kontraste, die unter die Haut gehen und in den Ohren haften bleiben.


In diesem Sinne: Dreaming is believing!
 

Fazit:

Beeindruckender Film - nicht unbedingt aufgrund seiner Story, sondern weil

  • Hollywood sich gegen ein Happy Ending entschieden hat.

  • die Atmosphäre-geladenen Bilder sehr gut fotographiert sind.

  • der Soundtrack unbedingt empfehlenswert ist.

 

Elisa Jannasch

Brokedown Palace

  • Format: Dolby, PAL, Surround Sound, Widescreen
  • Sprache: Deutsch, Englisch
  • Region: Region 2
  • Anzahl Disks: 1
  • BBFC: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Twentieth Century Fox Home Entertainment
  • DVD-Erscheinungstermin: 17. Juni 2002
  • Produktionsjahr: 1998
  • Spieldauer: 97 Minuten

  •