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Ben Howard: These Waters

 

Interessante Stimmfarbe. Einprägsam und unverwechselbare. Gitarren und Schlagzeug, sparsam eingesetzt. Ganz klar, Ben Howard setzt nicht auf Spezialeffekte, sondern auf Musik. Und darin ist er wirklich gut.

 

Eine musikalische Einordnung fällt bei Ben Howard schwer. Melancholische Balladen geben typisch britischen Pub-Songs die Hand, driften ins Folkige ab - und wecken darüber hinaus bei mir noch Assoziationen mit Native Americans. Vielleicht ist aber gerade dies das Besondere an Ben Howard: Er ist schwer zu fassen, aber gerade deshalb macht das Zuhören soviel Spaß. Unvorhersehbar und nie langweilig. Das wirklich Außergewöhnliche ist jedoch die Stimme: eine Kreuzung derer von Patrice und Jan Delay, so abwegig das auch klingen muss. Und ja, es passt. Sehr gut sogar.

 Vergleiche mit Jack Johnson hört der Brite häufig. Doch außer dessen Leidenschaft für das Surfen und die Musik im Allgemeinen teilt er mit dem hawaiianischen Sunnyboy nicht wirklich. Britische Surfermusik klingt rau und kantig, chillig im wahrsten Sinne des Wortes: eher fröstelig, dennoch abwechslungsreich. Ben Howard singt von Veränderungen, Entscheidungen, der Vergangenheit und der Zukunft, Liebe und Enttäuschungen. Als liebste Jahreszeit nennt er den Herbst: und so klingt er auch. Wunderschön melancholisch, bunt und manchmal etwas stürmisch.

Ben Howard - noch nie gehört. So werden die meisten denken, aber so ganz richtig ist das nicht. Denn - auch ohne es zu wissen - war es bisher fast unmöglich, ganz an ihm vorbei zu kommen: Fink, Xavier Rudd und Brett Dennen, griffen auf seinen Support zurück. Live-Erfahrung konnte Ben Howard so genügend sammeln, denn er tourte so schon die großen Festivals Europas. Doch nun ist es für ihn Zeit, endlich auf eigenen Füßen zu stehen. Ein mutiger Schritt, aber ein gerechtfertigter - und die Resonanz bei bisherigen Konzerten gibt ihm Recht.

 "Don't depend on tomorrow, 'cause tomorrow can sometimes let you down."

Fazit:

Wunderbare Singer-Songwriter-Melodien, pur und unverfälscht. Einfach und zu Herzen gehend. Ben Howards sehr eigene Stimme passt hervorragend zu diesem Setup und läutet damit auch die graue Saison ein, die solche Songs einfach braucht. Passend zum Herbstlaub.

  

Elisa Jannasch

Mehr Informationen unter:

Myspace: www.myspace.com/benhoward

Live Nation Promotion: www.livenation.de